Paris,

Trendblogger-Jahrgang 2013/2014. Die Koffer sind gepackt und die linke Hosentasche frei für neue Eindrücke. Ab September atme ich für zehn Monate die Pariser Luft mit all ihrem Dunst und Nebel. Zehn Monate werde ich meine Heimat hinter mir lassen und als Philosophiestudentin der Sorbonne durch die Gassen der französischen Großstadt irren, suchend nach den innovativsten Medientrends, über die mich meine Nase so stolpern lässt. On y va!



Wie viel „Buzz“ verträgt die Welt?

Es ist Herbst. Time of changes. Und wie bereits im Artikel „Die 21 absolut süßesten Assad Schnappschüsse“ vorweggenommen wurde, haben sich die Betreiber von BuzzFeed gedacht, die bunten Fakten ihrer endlosen Listicles noch weiter über den Erdball zu verstreuen. Daher sollen nun „Texte“ dieser Seite crowdgesourct in die Sprachen Spanisch, brasilianisches Portugiesisch und Französisch übersetzt werden. Und Duolingo soll dabei helfen. Natürlich steckt nichts weiter als ein tiefer pädagogischer Wert hinter dem ganzen Plan. Mais bien sûr, wie sollte es auch anders sein.  

Buzzfeed Bild

BuzzFeed. Schauen wir uns das Wort mal genauer an. Da haben wir einmal „Buzz“, was so viel heißt, wie Summen, Prasseln, Dröhnen und „Feed“ ein schönes englisches Wort, gleichbedeutend für Essen, Fütterung, Zuteilung. Würde man nun darum bitten, diese Wortkonstellation crowdgesourct ins – beispielsweise – Französische zu übersetzen, ja, was würde dann dabei herauskommen?

Merde!

BuzzFeed und Duolingo sind bei ihrem Plan zukünftig zusammenzuarbeiten natürlich einzig und allein am intellektuellen Reifen aller Menschen dieses Planeten interessiert. The Wall Street Journal berichtete erst kürzlich, dass laut dem Gründer der App Duolingo, Luis von Ahn, das Projekt als ein Entgegenwirken der ansonsten in „wasted work“ investierten Energie der Sprachschüler zu verstehen sei; frei nach dem Motto „human computation“. Oder aber auch: Die günstige und schnelle Möglichkeit, mittels Crowd-Übersetzung englische Texte – mit wenig Inhalt und Tiefe – für alle Welt als lesbar zu gestalten. Geld spielt dabei natürlich gar keine Rolle – Absolument!  Und die Sprachschüler, die können die ganze Aufgabe als eine praxisorientierte Weiterbildung verstehen, es sei denn, man betrachtet die Möglichkeit, die neuerworbenen Sprachkenntnisse für Textübersetzungen von Listicles wie „The 18 Most Majestic Mascot Fails On The Internet“ anzuwenden, nicht als besonders lehrreich.

Bedenkt man, was BuzzFeed für Botschaften übermittelt, ist es beinahe schon bizarre, wenn man die Worte „There’s a certain cyberpunk logic to it that got us very excited.“ von Jonah Peretti liest. Mit Sicherheit ist das irgendwie alles im Cyber, aber absolut nicht Punk. Geschweige denn logisch.

Doch vielleicht beginnt man so verquer zu denken, wenn sich die Augen zunehmend in zwei große gelbe Kreissticker mit den Aufschriften „LOL“ und „WTF“ verwandeln, und man dadurch vergisst, was es heißt, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. 

BuzzFeed spricht davon, die gegenwärtige und internationale Nachrichtenwelt revolutionieren zu wollen. Was steckt dahinter? Erfahre mehr zu dem Thema in dem Artikel „Die 21 absolut süßesten Assad Schnappschüsse“ von Lucas Rex.

Fotos: Bild aus dem Artikel „How does BuzzFeed intend to crack a $ 1B valuation? By embracing journalism’s past“, Pandodaily, 9. Januar 2013//

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