Nizza,

Trendblogger-Jahrgang 2012/2013
Von Brasilien über Deutschland nach Bulgarien und Frankreich. So unüblich es sich anhört, ist es auch – aber dafür umso spannender (wollen wir hoffen)! In meiner Heimat Porto Alegre studierte ich Journalismus und berichtete vor der Kamera für das Regionalfernsehen. Dann brachte mich die sogenannte journalistische Neugier nach Deutschland. Oder nach Europa, besser gesagt: im Master of Intercultural Communication Studies studiert es sich trinational. Nach einem ersten Jahr an der Europa-Universität Viadrina, in Frankfurt an der Oder, werde ich in meinen „Meta“-Auslandssemestern aus Sofia und Nizza bloggen!



Cultural Map of Sofia

Der digitale Kulturführer zeigt die geheime Seite der bulgarischen Hauptstadt.

 

Sofia möchte Kulturhauptstadt Europas 2019 werden. Dafür spricht nicht nur die vielfältige Geschichte und die Tatsache, dass es sich um eine der ältesten Hauptstädte Europas handelt (Serdika). Nein: neben römischen, osmanischen und sozialistischen Sehenswürdigkeiten, hat Sofia auch eine lebendige sowie beeindruckende Kulturszene.

Festivals und Veranstaltungen finden rund um das Jahr statt: das Sofia International Film Festival, die Sofia Music Weeks, die Sofia Design Week und die Sofia Dance Week sind nur einige Beispiele. Dazu bieten Theater, Kinos und Galerien ein volles Programm. Reiseführer, offizielle Programmkalender und die Homepage der Stadtverwaltung können die Besucher durch die bekanntesten Attraktionen führen.

Und für die, die gerne tiefer in das Kulturleben der Stadt eindringen möchten, gibt es Sofias Cultural Map. Das Online-Projekt wurde von Akademikern des Departments for Cultural Studies und des Sociology Departments der Sofia University in Kooperation mit dem Kulturzentrum der Universität entwickelt. Es handelt sich um eine analytische Datenbank des „anderen Sofia“ – man findet Informationen, die nicht in üblichen Reiseführern zu finden sind.

Das Projekt will die Identität der Stadt erkunden und darstellen. Es interessiert sich für die Plätze und Unternehmen, die sich vom Konsum-Cliché distanzieren, und die Besonderheiten des Alltäglichen in Sofia ausmachen. Das Projekt entdecke: „lacking a better metaphor, the cultural secrets of the city“. So es lässt sich zum Beispiel online nachlesen wie der Platz vor dem Nationaltheater zur permanenten Schaubühne von Schachspielen geworden ist. Dort finden intensive Wettkämpfe statt, die oft lauter und interessanter werden als die Spiele selbst. Oder man erfährt, wo man die frischesten türkischen Simits bekommt (typisches rundes Sesambrot) – die am Besten aber auch auf Türkisch bestellt werden sollten, so die Autoren.

Kulturhauptstädte Europas

Es geht hier natürlich nicht darum, Sofias Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2019 in irgendeiner Weise zu unterstützen. Aber um selber auswerten zu können, ob die Stadt den Titel verdient, sollte man einen virtuellen Besuch zu den „kulturellen Geheimnisse der Stadt“ wagen.

Das Ziel der Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ ist es, die europäischen Länder zusammenzubringen. Sie wurde 1985 von der Europäischen Union gestartet. Seitdem wurden mehr als 40 Städten dieser Titel verliehen. Die Nominierung als Europäische Kulturhauptstadt ist eine vielversprechende Gelegenheit für die Bewerberstädte. Studien der Europäischen Kommission zeigten bereits, dass allein die Vorbereitung auf eine Kandidatur direkte Auswirkungen auf die Entwicklung und Transformation der Städte hat.   Deswegen werden bei der Auswahl der Kandidaten potenzielle soziale und wirtschaftliche Auswirkungen in Betracht gezogen.

Lektorat: Victoria Scherff

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