Lyon,
Trendblogger-Jahrgang 2012/2013 Bonjour. Ich heiße Mareike, bin ein Berliner Urgestein und 24 Jahre alt. Ich studiere Kulturwissenschaften in Frankfurt Oder, verbringe die kommenden 10 Monate jedoch in Lyon und erkunde die französische Universitätslandschaft am Institut d’Études Politiques. Während es die meisten nach Paris verschlägt, war für mich Lyon die erste Wahl. Lyon ist nicht nur „la ville de gueule“ (frei: „Stadt der Gaumenfreuden“), sondern bietet allerlei Entdeckenswertes. Um nicht vollends dem guten Essen zu verfallen, widme ich mich sinnvolleren Beschäftigungen und werde mich für euch auf die Suche nach den neuesten Medientrends und -innovationen machen. Fragen, Kritik und Anregungen sind absolut erwünscht. Na dann, allons-y!


Wer suchet, der findet nichts – Fernsehinnovationen in Deutschland und Frankreich

Fernseher-Banner

Unser Chefredakteur Karsten Wenzlaff fragt: Können Fernsehsender eigentlich noch innovativ sein? Meine Frage lautet: Wollen Fernsehsender eigentlich innovativ sein? Meine Antwort lautet: Nein!

Wenn ein Gespräch erlahmt und auch die aktuelle Wetterlage bereits analysiert wurde, gibt es immer noch ein Gesprächsthema, zu dem jeder eine Meinung hat: Das deutsche Fernsehen. Da brauchte man nicht erst den Wutausbruch von Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008, um festzustellen, dass das heimische Fernsehprogramm nicht gerade zum Prahlen einlädt. Es ist äußerst selten besonders anspruchsvoll und will vor allem eines nicht: Innovationen schaffen

„Die Deutschen sind zu intelligent, um Spaß zu haben.“

Vor allem bei den Privatsendern geht der Blick neidisch Richtung USA, denn US-amerikanische Produktionen wie „The Big Bang Theory“ oder „Two and a Half man“ bescheren Pro7 stets gute Quoten. Immer wieder wird gefragt, warum das deutsche Fernsehen nicht solch qualitativ hochwertige Serien wie „Homeland“ oder „Breaking Bad“ schaffen kann. Fehlt der Nachwuchs? Fehlt das Geld? Fehlt der Mut? Eric T. Hansen, US-Kolumnist der Zeit, vertritt eine ganz eigene Theorie:

Der Unterschied zwischen amerikanischer und deutscher Kultur? Wir Amis sind blöd, aber wir haben Spaß dabei. Die Deutschen sind zu intelligent, um Spaß zu haben.

Hansen vertritt die These, dass deutsche Film- und Fernsehproduzenten theoretisch alle nötigen Mittel zur Verfügung hätten – das heißt Nachwuchs, Geld und Themen –, um amerikanischen Produzenten Konkurrenz zu machen. Allerdings strebten die Produzenten in Deutschland stets kulturell ansprechende Werke an, während man in den USA einem gewissen Anti-Intellektualismus anhänge und daher massentaugliche Unterhaltung produziere ohne sich zu genieren.

Hansens Argumentation überzeugt nur wenig. Gerade die prämierten Serien wie „Mad Men“ sprechen eben kein Massenpublikum in den USA an. Außerdem: Wären sich deutsche Produzenten für Trash wirklich zu schade, würde man den Zuschauer dann mit einer Scripted-Reality-Serie nach der anderen quälen?

Wo bleiben die Innovationen?

Fakt ist: statt eines innovativen Fernsehprogramms, gibt es auf Seite der privaten Fernsehanstalten entweder – viel zu spät – eingekaufte US-Serien, die dann aus Angst vor schlechten Quoten im Programm versteckt werden, oder schlecht umgesetzte Adaptionen jener. Die öffentlich-rechtlichen Sender interpretieren wiederum ihr Schlagwort „Bildungsauftrag“ immer wieder neu und stopfen das Programm mit einer politischen Talkrunde nach der anderen voll.

Obiger Abriss trifft nicht nur auf die deutsche, sondern auch auf die Fernsehlandschaft unseres Nachbarlandes Frankreich zu. Immerhin trauen sich die öffentlich-rechtlichen Sender in Frankreich tatsächlich, ein wenig Bildung unters Volk zu streuen. Interessante Reportagen wie Les racines et des ailes (Die Wurzeln und Flügel) laufen mittwochs zur Prime-Time, die in Frankreich um 20:40 Uhr angesetzt ist. Doch echte Innovationen sucht man in Frankreich wie in Deutschland vergebens. Diese bedeuten schließlich Aufwand und kosten möglicherweise sogar Geld – beides scheuen die Fernsehanstalten.

Werden die Fernsehsender durch das Internet zur Innovation gezwungen?

Da gab es doch noch etwas, für das die Jugend sich so begeistert. Dieses Dingens…äh…dieses Internet! Das Internet zwingt die Fernsehsender bereits zum Handeln.  Wie im ersten Trendblogger-Dossier „The Future of TV“ berichtet, möchten sich die Zuschauer immer stärker am Fernsehen beteiligen, ihre Meinungen äußern und eventuellem Ärger Luft machen.  Im Fernsehen in Frankreich werden nun ab und zu Tweets zur aktuellen Sendung eingeblendet – winzig in der unteren Bildschirmecke. Mit der Einbindung des Internets in das Fernsehprogramm kann man also bisher nicht einmal ansatzweise zufrieden sein.

An dieser Stelle des Artikels sollte eigentlich ein gelungenes Social-TV-Projekt stehen. Stattdessen folgt nun ein Beispiel, wie es nicht geht: In der Talkrunde C dans l’air (frei: etwas ist derzeit aktuell) werden seit April 2012 von Montag bis Freitag aktuelle Themen des Tagesgeschehens analysiert und mit geladenen Gästen diskutiert. Zuschauer, die einen internetfähigen Fernseher besitzen, können sich an Abstimmungen beteiligen, doch auch alle anderen können per Laptop oder SMS Fragen an die Runde stellen. Für die Fragen werden in der Sendung mit einer Sendezeit von einer Stunde und zehn Minuten großzügig 15 Minuten am Ende eingeräumt. Versuche wie dieser sind weder wirklich interaktiv noch innovativ. Dazu läuft die Sendung auf dem Sender France5, der inhaltlich mit ZDF Info verglichen und daher eher als Spartensender betitelt werden kann.

Ist es denn so schwer? Mit dem Internet bieten sich derart viele Möglichkeiten, frischen Wind in die verstaubte Fernsehwüste zu bringen. Wie lange will man sich in den Fernsehanstalten noch dem Internet verschließen bzw. dieses wenn, dann nur halbherzig einbinden? Meinungsbilder in den sozialen Netzwerken werden weitestgehend ignoriert. Hätte die ARD beispielsweise gewusst, dass sich innerhalb kurzer Zeit Fanclubs auf Twitter für den einmalig im Münchener Tatort auftretenden Charakter Gisbert Engelhardt bilden würden, hätte man diesen sicherlich nicht – Achtung Spoiler – am Ende der Folge sterben lassen. Ein Fernsehprogramm, dass spontan auf die Live-Reaktionen seiner Zuschauer reagieren kann, bleibt wohl mein Hirngespinst.

Aufwachen, liebes Fernsehen! Das Internet spielt doch schon längst die erste Geige in unserem Alltag. Es bleibt zu hoffen, dass es bald wirkliche Innovationen erzwingen kann.

Foto: Jan Ramroth

29 KOMMENTARE , GEBE EINEN KOMMENTAR AB

  1. Ich würde sehr gerne mal die Meinung von jungen Fernsehmachern hören! Also, liebe, junge Fernsehmacher: Falls ihr den Artikel lest, kommentiert doch bitte fleißig (:

  2. > Mit der Einbindung des Internets in das Fernsehprogramm kann man also bisher nicht einmal ansatzweise zufrieden sein.

    Mit Verlaub – das Fernsehen gehört ins Netz, nicht umgekehrt. Denn Fernsehen hat vielerlei Flaschenhälse: alte Endgeräte (versuchen Sie mal auf der Röhre scrollende Twittertexte zu lesen), fehlender Breitbandausbau, unpassendes Zielpublikum (nicht netzaffine Senioren), anderer Auftrag (Primärauftrag des TV ist Unterhaltung/Beschallung, nicht digitale Teilhabe). Und nicht zuletzt – internetfähige Geräte (nicht Fernseher) sind eingabetechnisch tausendmal praktischer, als jeder Touchfernseher, jede Touchfernbedienung o.ä. sein kann.

    Mit einer Debatte um ein gutes _Fernsehprogramm_ wäre schon viel geholfen. Weniger Kultur, weniger Politik muss dabei gar nicht sein, aber ein wichtiges Stichwort wurde genannt: Die Primetime-Dominanz bestimmter Formate muss aufgehoben werden. In schöner Regelmäßigkeit bringen die ÖR zur beste Sendezeit Ihre Pilcher, Tatorte und fragwürdige deutsche Fernsehproduktionen, während nachts um 2:00 die Dokus, die Retrospektiven etc. versendet werden. Noch schlimmer die Dominanz der (Vor-)abendserien aka „Verbotene Liebe“. Da darf gerne mal der Besen durchkehren. Der wichtigste Fahrplan sollte allerdings das generelle Aufbrechen des zeitgebundenen Fernsehens sein. Und das geht nur durch die Befreiung der Inhalte, durch vollständige Mediatheken usw.

    • Allein wegen des differierenden Primärauftrags würde ich nicht unbedingt sagen, dass das Fernsehen ins Internet gehört. Man könnte es aber eben durch einige Vorzüge des Internets etwas “demokratischer” gestalten

  3. Zitat: „Die Deutschen sind zu intelligent, um Spaß zu haben.“

    Da konnte ich mir das Schmunzeln nicht begreifen. Die Deutschen sind nicht “zu intelligent” (imho eher im Gegenteil), nur zu feige/ängstlich etwas neues zu Versuchen. Es könnte ja abgelehnt werden…

    Wir brauchen einen neuen Rainer Brandt!

  4. Giga Green hat damals genau das getan: Social TV. Wer es nicht kennt oder sich nicht erinnern kann: 5 Stunden lang wurde diskutiert über PC-Themen, Ethik, Wissenschaft, Society. Es wurden Neuerungen vorgestellt, es war Trashig und es war deshalb so authentisch. Jetzt ist es weg, weil sie sich nicht tragen konnte, weil es keiner wollte, und weil Premiere, die NBC Giga dann aufkauften, sich dieses Format nicht mehr leisten wollten.

    Innovationen im TV haben keinen Erfolg, da die Konsumenten keine Innovationen wollen. Deshalb besitze ich keinen TV mehr.

    • Ich wurde am Wochenende über Giga aufgeklärt und muss zustimmen: Das war wahrscheinlich einer der ersten, gelungenen Social-TV-Versuche im deutschen Fernsehen.
      Dass die Konsumenten keine Innovationen wollen, würde ich nicht behaupten. Ich hoffe immer noch, dass Filme wie “Free Rainer” nicht vollkommen abwegig sind und besseres Programm auch besseres Sehverhalten befördern würde ;)

  5. “Ist es denn so schwer?”

    Offensichtlich schon. Ansonsten hätte man ja statt fünf Absätzen mit Gejammer lieber ein paar konkrete Vorschläge in den Artikel gepackt.

    Ich jedenfalls bin mir nicht sicher, ob man aus einem mehr oder weniger passiven Medium wie Fernsehen überhaupt ein Interaktionsmedium machen kann.

    Das Twitter-Beispiel finde ich nicht wirklich überzeugend. Mag ja sein, dass da ein paar Tausend Leute irgendeinen Fanclub gründen, aber eine Reaktion darauf seitens der TV-Macher wäre nichts anderes als div. Casting-Shows, Big Brother usw. Innovation sehe ich da nicht.

    Ich gebe aber gerne zu, dass mir möglicherweise einfach nur die Fantasie fehlt, um die strahlende Zukunft des Fernsehnets erkennen zu können.

    • Man wird ja wohl noch jammern dürfen – es bleibt einem ja nichts anderes übrig!
      Eigentlich handelt es sich dabei nicht um Gejammer, sondern eine Analyse beziehungsweise Kritik. Kritik muss nicht immer konstruktiv sein. Ich bemühe mich derzeit um ein Interview mit jungen Fernsehmachern, um eventuell konkrete Lösungsansätze zu liefern, denn ich stecke nicht im Geschäft.
      Es ist fraglich, ob die Zukunft so strahlend wird. Das wird sich zeigen. Das Twitter-Beispiel war ein wenig Herumgespinne, aber warum sollte man nicht auch auf ein paar tausend Leute hören? Schließlich bestimmen auch nur ein paar tausend Haushalte unser Fernsehprogramm (Stichwort GfK-Box).

  6. Sie wissen schon, dass ein Tatort nicht live übertragen wird, oder?
    Man kann keinem Sender vorwerfen, dass Serien im Vorfeld gefilmt werden, da kann man nicht in 10 Minuten was Neues drehen und reinschneiden. Schade, dass nimmt einem Artikel mit wichtigem Thema sehr die Glaubwürdigkeit.
    Zweitens müssen Sie sich vor Augen halten was das bedeuten würde: Ein Kunstwerk würde verändert werden, weil sich eine laute Menge in einem sozialen Netzwerk gefunden hat, die es so nicht mag. Wer am lautesten schreit darf dann die Vision des Künstlers verhunzen. Darüberhinaus unterliegt diese Denkweise dem Fehlschluss, dass der typische Zuschauer die Dramatik überhaupt versteht und dass eben erst gerade Sachen, die anecken hervorstechen und zu Diskussionen anregen, durch eine Änderung auf Zuruf hätten wir ein noch stromlinienförmigeres Fernsehen. Nehmen Sie Breaking Bad. Der Großteil der dt Zuschauer hätte lieber einen netteren Hauptcharakter, das würde aber die Serie komplett unsinnig und wenig innovativ machen.

    Der Fehler ist überhaupt das Internet einbinden zu wollen. Ich als Zuschauer interessiere mich nicht für Wortmeldungen im Fernsehen von Zuschauern, wenn ich daran interesse habe logge ich mich auf Twitter ein. Es gibt wohl kaum peinlicheres als diese Twittervorleser im Fernsehen, das kommt dem Schimpfwort der “Webseiten-Ausdrucker” sehr nahe. Und Leute, die nicht auf Twitter und Co sind interessieren sich auch nicht dafür, sonst wären sie ja dort.
    Wie sollte es bspw auch in einer Comedysendungen laufen? Es wird ein Witz gemacht, zwei hundert Leute schreiben “unlustig”, macht der Comedian dann einfach einen lustigen Witz? Darüberhinaus gilt die alte Wahrheit, dass sich vor allem nur Leute melden, die sich Beschweren wollen, die die zufrieden sind gucken einfach weiter.
    Gerade von Kunstwerken sollte man sich deutlich fernhalten, entweder gefällt es den Leuten wie es ist oder eben nicht. Wo man hinkommt, wenn man auf sowas hört, hört man gut bei Boybands.

    • Dass der Tatort nicht live ausgestrahlt wird, ist mir durchaus bewusst. Es ging im Artikel um ein wenig Spinnerei bezüglich einer möglichen Zukunft für innovativer Formate. Ich stimme zu, dass das Fernsehprogramm wahrscheinlich darunter leiden würde, wenn die Masse immer Einfluss auf den Inhalt nehmen kann. Es ist hingegen auch falsch, den Zuschauer immer nur als dummen und humorlos darzustellen. Vlt brächte ein 100% partizipatives Fernsehformat ja auch einige Überraschungen..!?

  7. Solange diese Internet-Einbinde-Zukunft nicht wie bei CNN in den USA aussieht, wo gefühlte 50 % der Sendezeit mit belanglosem Vorlesen von Tweets gefüllt wird.

    • Da bin ich absolut d’accord! Dies zählt für mich zu den vielen lahmen und halbherzigen Versuchen, ein wenig Internet ins Fernsehen zu bringen.

  8. Insbesondere bei der Produktion von Serien zeigen sich die ÖR ziemlich angestaubt. Die privaten werden schon aus finanziellen Gründen eher davor zurückschrecken, soflange keine deutsche Produktion internationales Format erreicht hat.
    Ich erinnere mal an die Serie “Im Angesicht des Verbrechens”. Das war mal innovativ und abseits der sonstigen Produktionen die man so bei der ARD gesehen hat…nunja, bei der ARD wurde es letzten Endes nicht mal gezeigt, sondern bei ARTE versteckt. Inhaltlich durchaus mal was neues und anders als die sonstigen Krimis wie sie bei den ÖR rauf und runter laufen. Auch da gäbe es handwerklich noch so einiges was nach ÖR aussah (Intro und Kameraführung eben wie bei den ÖR so üblich und ziemlich angestaubt auch 1-2 Darsteller eher hölzern) aber so das beste was ich von deutschen Produktionen im Serienbereich für lange Zeit gesehen hatte…
    Aber mich wundert es nicht, dass dort nichts mehr passiert, so endete es doch in einem finanziellen Desaster für die angeschlossenen Produktionsfirmen, aufgrund schlechter Planung. Vielleicht auch ein Grund warum man eine solche Serie in einen Spartenkanal ausgelagert hatte.
    Am Finanziellen selbst kann es meiner Meinung nach nicht liegen. die ÖR haben genug, aber man fährt lieber auf der sicheren Spur und die Innovationen beschränken sich auf zig Spartenkanäle auf denen sie neue Formate testen, allerdings ohne den Mut zu haben diesen dann einem breiteren Publikum in der Premiumzeit zuzuführen. Könnte ja doch schief gehen…
    Solange dort nichts passiert, die Pöstchen verteilt sind und man nicht bereit ist auch mal erfolgreiche Produzenten von anderen Ländern einzukaufen (die BBC bringt bspw mit kleinerem Budget beachtliche Formate hervor) und denen entsprechend Spielraum lässt, wird hier nichts passieren. Zunächst bedarf es auch Intendanten mit ein wenig Abenteuerlust…

    • Die Serie ist leider vollkommen an mir vorbei gegangen – werde mich noch einmal schlau machen.
      Es braucht wahrscheinlich nicht einmal eingekaufte Produzenten aus dem Ausland, sondern mehr Freiraum für diejenigen, die hier bereits tätig sind. Ich habe bisher nicht mitbekommen, dass es an Talenten wirklich mangelt. Allerdings habe ich gehört, dass viele motivierte Neulinge nach einigen Jahren Arbeit im Fernsehen abstumpfen.
      Derartige Gerüchte bringen uns aber nicht weiter. Ich werde versuchen, fachkundige Meinungen einzuholen.

      • Mein Gedanke war folgender: die ÖR lassen sich nicht auf Risiken ein. Holt man jemanden von außerhalb, der Produktionen auf hohem Level nachweisen kann, ist der ebenso in der Lage bestimmte Standards einzufordern welchen man Neulingen realistisch gesehen nicht zubilligen würde. Die bekommen dann erst die Türen geöffnet, wenn solche Produktionen in Deutschland (und besser noch international) erfolgreich waren. Würde mich generell mal interessieren, wieviele deutsche Serien sich auch im Ausland gut vermarkten ließen. Spontan fällt mir nur die Schwarzwaldklinik ein, aber das ist schon ein Weilchen her.

        • Die Idee ist vielleicht gar nicht schlecht!
          Ich weiß, dass “Verliebt in Berlin” hier in Frankreich sehr bliebt war! Und nachmittags gibt es auf M6 immer Sat1-TV-Produktionen zu sehen..traurig, aber wahr.

  9. Vielen Dank für den Artikel. Allerdings sehe ich schon einen kleinen Trend in Richtung mehr Mut zum innovativen Format, mitunter auch ausgelöst durch das Internet. Als Beispiel möchte ich hier die Konspirativen Küchenkonzerte nennen, die zuerst als Webshow produziert bzw. bei kleinen Regionalsendern ausgestrahlt wurde. Mittlerweile läuft die Sendung auf ZDF Kultur, zwar nicht in der Primetime, aber immerhin. Gerne kann ich den Kontakt zu Marco (dem Erfinder und Moderator) herstellen, wenn ihr wollt.

    In Österreich gibt es ja ähnliche Debatten, aber auch hier finden sich immer wieder Perlen. Zumeist werden dem ORF-Konsumenten diese jedoch in eigenen Programmschienen vorgestellt, ich denke da etwa an die DIE.NACHT in der etwa die Serie “Die Schlawiner” läuft oder auch die (ursprünglich als Webseite gestartete) Serie “Fauner Consulting” ausgestrahlt werden. Auch “Reisecker’s Reisen” würde ich durchaus als innovativ bezeichnen. Alles läuft im öffentlich rechtlichen TV ;-)

    Abgesehen davon kenne ich viele Filme- und TV-Macher, die sich neue Formate überlegen. Ich denke also nicht, dass es an Ideen und Personen mangelt, sondern eher an Mut und in Folge an Geld. Hier muss wohl noch ein umdenken stattfinden, auch bei den Fördergebern. Ich würde mir z.B. lieber 3 neue, innovative TV-Serien mehr wünschen als eine wiederholte Reanimation von 1980er-Hits wie “Ein echter Wiener geht nicht unter”.

    • Vielen Dank auch für diesen Kommentar (: Über den Kontakt würden wir uns sehr freuen! Ich lasse mich wirklich sehr gerne eines anderen belehren!

  10. Pingback: Fernsehen „a la Carte“ – Was darf es denn heute sein? | Die Trendblogger

  11. Pingback: Qualität in Serie | Die Trendblogger

  12. Pingback: Redaktionskonferenz am 5.3.2013, Blattkritik mit Michael Praetorius zum Dossier Innovative Fernsehformate | Die Trendblogger

  13. Pingback: Anders (fern)sehen | Die Trendblogger

  14. Pingback: Institut für Kommunikation in sozialen Medien » @dieTrendblogger Dossier im Februar 2013: Können Fernsehsender noch innovativ sein?

  15. Pingback: Fernsehen „A la Carta“ – Was darf es denn heute sein? | Die Trendblogger

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Copy This Password *

Type Or Paste Password Here *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>