Helsinki,

Trendblogger-Jahrgang 2012/2013
„Hyvää päivää“, mit 5 A-Umlauten grüße ich aus der finnischen Hauptstadt. Seit September habe ich nun meine Uni-Stadt Jena verlässen und studiere für zwei Semester Sozialpsychologie an der Universität Helsinki. Zwischen Nokia-Schlagzeilen, buntem Angry-Birds-Franchise und entspannten Saunagängen finden sich hier in Finnland Innovationsreichtum und Entspannung zugleich. Inspiriert von diesem finnischen Geist, schreibe ich daher nun über aktuelle Trends aus der Weltdesignhauptstadt im Norden Europas.



Partizipation durch das Internet: Stadi.TV in Helsinki

Für den Graswurzel-Journalismus bietet das Internet die Chance, Kontaktschwellen zu senken und es somit den Bürgern einfacher zu machen, sich zu beteiligen. Bei den Online-Medien zeigt sich das vor allem bei Blogs: Sie erlauben es jedem, ohne viel Aufwand eine eigene Meinungsplattform zu erstellen.

In Helsinki verfolgt Stadi.TV diese Möglichkeit schon seit drei Jahren für den Bereich Fernsehen. Der in Helsinki empfangbare Fernsehsender verfügt über eine Internetplattform auf der Bürger eigene Videobeiträge hochladen können. Die Einsendungen werden dann ausgewertet und – wenn die Qualität stimmt – ausgestrahlt.

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Zusätzlich kann jeder aus Helsinki innerhalb der Seite seinen eigenen Kanal anlegen und dort Videos online zur Verfügung stellen. Dabei ist es auch möglich, kollaborative Kanäle zu erstellen, bei denen auch andere Nutzer Videos hinzufügen können. Die Videos auf Stadi.TV können direkt hochgeladen werden oder von einer anderen Videoplattform wie Vimeo oder YouTube eingebunden werden.

Allerdings sind diese beiden Möglichkeiten von Stadi.TV nicht miteinander verbunden. Wenn ein eigenes Video im Fernsehen erscheinen soll, muss es in einem Extra-Formular hochgeladen werden und bestimmten Qualitäts-Kriterien entsprechen. Für den Sender gibt es außerdem ein eigenes Team, das auch selbst Beiträge in Helsinki erstellt und ausstrahlt.

Eine nahtlose Verbindung der Internetplattform zum Programm des Fernsehsenders fehlt daher etwas. Im Internet könnten die Nutzer noch weiter eingebunden werden. Mit Abstimmungen auf der Webseite könnte das Programm von den Nutzern beispielsweise selbst bestimmt werden. Doch so weit geht die Partizipation im Internet nicht. Stattdessen gibt es Möglichkeiten, sich außerhalb des Internets zu beteiligen. Stadi.TV bieten auch Praktika und Fernseh-Workshops an, die den Bürgern den professionellen Umgang mit dem Medium nahelegen sollen.


Beitrag von Stadi.TV zum finnischen Feiertag Vappu

Was Stadi.TV von Massenportalen wie YouTube unterscheidet, ist die gemeinsame Verbindung durch die gleiche Stadt und die dadurch mögliche, bessere Zusammenarbeit. Größere Videoportale wie YouTube profitieren von der Menge der Masse. Die Videos, die am Ende von vielen in den sozialen Netzwerken geteilt werden, stellen nur eine kleine Auswahl von vielen Videos dar. Auf lokaler Ebene ist die Masse nicht so groß und stattdessen sind durchdachtere Beiträge gefragt. Gemeinsame Workshops und Unterstützung einer professionellen Redaktion sind dabei gute Ansätze, die letztlich für auch die Bürger sehenswerte Beiträge schaffen.

Foto und Video: Stadi.TV

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