Stockholm,

Trendblogger-Jahrgang 2013/2014
Hej! Schweden – das Land im Norden Europas weckt viele Assoziationen. Doch das skandinavische Königreich hat neben Elchen, Pippi Langstrumpf und IKEA noch viel mehr zu bieten. Als Erasmus-Studentin studiere ich für zwei Semester in der Hauptstadt Stockholm Politikwissenschaft. Stockholm ist das Epizentrum dieses vor Innovationen strotzenden Landes. Hier schlägt nicht nur das politische und kulturelle Herz Schwedens – auch die neuesten Medieninnovationen nehmen von hier aus ihren Weg in die Welt. Kein Wunder: In Stockholm herrscht eine sehr hohe Dichte an jungen Start-Ups und Internetunternehmen. Als Trendbloggerin werde ich in den nächsten 10 Monaten die neuesten Medientrends aufspüren und sie mit euch teilen. Ich freue mich sehr über all eure Reaktionen, Meinungen, Kommentare, Fragen und Anregungen!



Wie smart ist unser Umgang mit Smartphones?

Apple gibt in seiner neuen Werbung „Misunderstood“ ein Statement zum Umgang mit Smartphones ab. Die genaue Botschaft des Clips ist jedoch umstritten: Führt ein übermäßiger Smartphone-Konsum zur Vernachlässigung des sozialen Lebens? Oder versüßt ein sinnvoller Umgang mit Smartphones allen das Leben? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Die junge Amerikanerin Charlene deGuzman hingegen positioniert sich eindeutig zu dem Thema: In ihrem Youtube-Video „I Forgot My Phone“ verurteilt sie mit sanften, aber eindrücklichen Bilder, den (zu starken) Gebrauch von Smartphones. Und trifft damit einen Nerv der Zeit: „I Forgot My Phone“ hat in den letzten 4 Monaten über 35 Millionen Klicks erhalten.

Das andere Lager, die Smartphone- Enthusiast_innen, vertritt in diesen Tagen der NEON-Autor Tobais Moorstedt. In seinem Artikel „Stellt die Verbindung her“ kritisiert er die ablehnende, arrogante und bisweilen gar panische Abneigung gegen technische Neuerungen, allen voran dem Smartphone. Er hält die Smartphone – Kritik und die damit verbundene Nostalgie nach einem einfachen Telefon sogar für gefährlich: Der transparente und überall verfügbare Zugang zu Daten trage zu einer egalitären Gesellschaft bei. Das schmecke möglichen gesellschaftlichen Eliten natürlich nicht, die durch die neuen technischen Entwicklungen Angst haben, einen Nachteil zu erleiden. Doch gerade diesen Wissenseliten nehmen Smartphones und ihr überall vefügbare Internetzugang die Macht über Informationen. Morrstedt resümiert, dass nicht die Smartphones das Problem sind, „sondern unsere fehlende Smartness im Umgang damit“. Das mag sein.

Doch dann stellt sich die Frage: Wie smart ist unser Umgang mit Smartphones eigentlich? Und wenn er bei manchen von uns (noch) nicht besonders smart ist – wie können wir einen besseren Umgang damit lernen?

In Südkorea, und besonders in ihrem digitalen Epizentrum Seoul, beobachten Expert_innen seit Jahren eine steigende Abhängigkeit von Internet und Smartphones. Bereits 70 Prozent der 49 Millionen Einwohner_innen Südkoreas besitzen ein internetfähiges Handy. Bei den 12 bis 19- jährigen haben sogar 80 Prozent ein Smartphone. Wozu diese weite Verbreitung von Smartphones im technisch weit entwickelten Südkorea führt, zeigt dieses Video.

In südkoreanischen Schulen lernen Kinder und Jugendliche mittlerweile in speziellen Kurse, wie mit dem Internet und einer möglichen Abhängigkeit umgegangen werden sollte.

Eine Idee, die vielleicht auch bald in deutschen Schulen Einzug finden könnte? Vielleicht. Doch bis es soweit ist muss wohl jeder und jede selbst für sich herausfinden, wie viel Smartphone – Nutzung gut ist und ab wann das ständige Starren auf den Bildschirm zu viel wird. Was ist eure Meinung: Wie smart ist unser Umgang mit Smartphones? Was sind eure Erfahrungen?

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4 KOMMENTARE , GEBE EINEN KOMMENTAR AB

  1. Sehr interessantes Thema mit unendlicher viel Debattierstoff. Hier in USA Werde ich damit oft konfrontiert und umso mehr denke ich darüber nach. Die high school , in der ich studiere, ist eine ganz besondere! Smartphones sind erlaubt und es gibt wlan für die Schüler, wobei Seiten wie Facebook auch frei zugänglich sind. Der schulleiter hat smartsphones unter der Bedingung erlaubt, dass die Schüler lernen sollen wann es angemessen ist und wann nicht, so zusagen eine Vorbereitung auf das Berufs leben. Sehr interessant, davon habe ich schon viel profitiert. In der Lage zu sein schnell etwas nach zu schlagen oder an den Papers online arbeiten. Aber dies hat auch eine kehrseite wenn man in den Klassen nur noch Leute mit stöpsel im ohr und mit Bildschirm beleuchten gesichtern sieht. Und dann Leute im us History final fragen ob sie denn Musik während des Tests hören dürfen.
    aber im großen und ganzen empfinde ich es als eine gute und praktische Sache mit dessen Abwesenheit ich mir nicht so einen erschwinglichen und einfachen lebensstill leisten könnte. So habe ich diesen kommentar mit meinem Smartphone geschrieben.

  2. Bisher habe ich mich dem Thema Smartphone eher verweigert, obwohl ich beruflich damit zu tun habe. Ende des Jahres war es aber dann doch soweit und ich habe mich dazu entschlossen mir ein Smartphone zuzulegen. Nun bin ich nicht der klassische Nutzer. Doch einige praktische Dienste, wie: ÖPNV/Bahn Auskunft, google Maps als Navi zu Fuß haben mir in den letzten Tagen bereits gute Dienste geleistet.

    Wie abhängig man sich von seinem Smartphone macht kann letztendlich jeder selbst entscheiden indem er entsprechende Apps nutzt oder eben nicht.

  3. Wie alles auf der Welt hat auch das Smartphone zweierlei Seiten. Ich sehe manchmal Gruppen von Jugendlichen, in denen jeder mit dem Handy hantiert und sogar Kopfhörer trägt. Da frag ich mich, reden die auch mal miteinander?
    Aber für mich ist das Smartphone wahnsinnig praktisch. Ich kann schnell eine Zugverbindung herausfinden, nach dem Weg suchen oder andere wichtige Informationen, die man unterwegs benötigt. Auch wenn man auf eine wichtige E-Mail wartet, ist es sehr praktisch. Natürlich auch gegen die Langeweile in einer Zugfahrt. Aber manchmal sehe ich da auch ganz gerne aus dem Fenster. 😉

  4. Ich denke es steht jedem frei, sich nicht vom Handy versklaven zu lassen. Ich muss es nicht in jede Situation mitnehmen oder ich schalte es auch einfach mal ab. Bei Jugendlichen besteht da vielleicht eher Gefahr, jedoch liegt es da auch an den Eltern, ob sie andere Anreize schaffen.