Buzzfeed, auf dem Weg nach oben

Die amerikanische Webseite Buzzfeed bietet – teils seriöse, teils weniger seriöse – Nachrichteninhalte, gepaart mit Listicles über Katzenbabys, Horrorfilme und Boy Bands aus den 90ern. Während die 2006 gegründete Seite kontinuierlich wächst und schwarze Zahlen schreibt, hat die US-Medienlandschaft das Potential der Seite erkannt.

Buzzfeed berichtete exklusiv von Glenn Greenwalds Abgang beim Guardian.

Buzzfeed berichtete exklusiv von Glenn Greenwalds Abgang beim Guardian.

Zuletzt sorgte eine Meldung für viel Aufsehen, wonach Glenn Greenwald, Enthüllungsjournalist beim Guardian, das britische Traditionsblatt verlässt. Greenwald wurde vor allem durch die Zusammenarbeit mit Edward Snowden und den Publikationen zum NSA Skandal bekannt. Die Nachricht seines Wechsels gab weder sein bisheriger Arbeitgeber, noch ein anderer konventioneller Verlag bekannt: buzzfeed.com berichtete exklusiv und an aller erster Stelle von Greenwald’s Karriereschritt.  (mehr …)

Porto,


Im Bett mit Google und Co.

Der NSA-Skandal um Edward Snowden hat uns bewusst gemacht, wie sehr wir im Alltag überwacht werden. In Deutschland entfaltete sich daraufhin eine Debatte, die zwischen Hysterie und Gleichgültigkeit oszillierte. Doch wie sehen andere Länder die Totalüberwachung? In Portugal zeigt sich ein ambivalentes Verhältnis zur Privatsphäre.

NSA Überwachung

Intensität der Überwachung durch die NSA – von grün (leicht) bis rot (stark). Portugal ist grün, Deutschland als einziges Land in Europa orange.

„Zur Kenntnis genommen – und abgehakt“. So beschreibt mein Mitbewohner die Debatte zum NSA-Skandal in Portugal. Eine Woche lang hätte das Land über die Enthüllungen von Edward Snowden diskutiert, dann sei das Thema wieder in Vergessenheit geraten. Einerseits verständlich – die Portugiesen haben noch immer mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen; der eigene Arbeitsplatz erscheint kurzfristig wichtiger als das Abschöpfen von Metadaten durch den US-Geheimdienst NSA oder das britische Pendant GCHQ.

Andererseits auch überraschend – die Portugiesen haben ansonsten ein relativ intimes Verhältnis zur Privatsphäre. Zumindest ist das mein Eindruck nach zwei Monaten in diesem Land. Treffen mit Freunden finden grundsätzlich in Bars oder Cafés statt; gemütliches Trinken zu Hause – Fehlanzeige! In die eigene Wohnung lassen die Portugiesen kaum jemanden; Google, Facebook und WhatsApp aber haben sie im Bett. Auf Nachfrage äußern zwar fast alle Bedenken wegen der Überwachung; groß genug, um sich nach Alternativen umzusehen, sind diese jedoch nicht. Und die ältere Generation kann die Aufregung gleich gar nicht verstehen. #Neuland lässt grüßen! (mehr …)

Zürich,


Von deutscher Angst und schweizerischer Gelassenheit

Konrad Weber ist Journalist beim öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen (SRF) und einer der renommierten „30 unter 30“ in der Schweiz. Im Interview mit dietrendblogger.de spricht er über sichere Daten, die Privacy-Mentalität seiner Landsleute und über die Datensammelwut Facebooks.

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Konrad Weber im Einsatz für den SRF. Foto: Manuel Risi

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Edward Snowden vs. NSA: „Versteck Dich, traue keiner kommerziellen Kryptosoftware, speichere sensible Daten nur auf internetlosen Computern“

Der englische Guardian und seine Reporter hatten schon einiges zu tun, seitdem sie die Dokumente der NSA-Spitzeleien aufdeckten, die ihnen Edward Snowden zuspielte: zertrümmerte Festplatten, Durchsuchungen, längere Flugplatzaufenthalte. Bruce Schneier, Berkman Center for Internet and Society at Harvard Law School, hat in einem Artikel nun veröffentlicht, wie man sich gegen Spionage schützen kann: einfach mal offline sein.

Seitdem die NSA-Affäre durch den Medienwald rauscht, reichen sich die Anleitungsartikel für sicheres Internetsurfen auf den Top-Positionen der Online-Zeitungen die Klinke in die Hand: „Wie kann ich sichere Emails versenden?“ „Wie nutze ich das TOR-Netzwerk?“ „Welche Kryptographie-Programme gibt es?“

Bruce Schneiers relativ kurze aber umso bemerkenswerte Liste vermag einige dieser Fragen beantworten, vor allem aber zeigt sie wieviel grundsätzliches Mißtrauen ein Internetnutzer mitbringen muss, wenn er sich relativ sicher sein will, dass seine Daten nicht beim amerikanischen Geheimdienst landet: (mehr …)