Trendblogger seit 2012. Der Anfang: In ein Land ziehen, in dem man niemanden kennt, in dem man sich nicht auskennt und dessen Sprache man nur bedingt gut spricht ist eine blöde Idee? Möglicherweise. Habe ich es trotzdem gemacht? Auf jeden Fall! Im Januar 2013 ließ ich mich von Valencia verzaubern und ging mit besonders offenen Augen und Ohren durch die Straßen, um eine ganz besondere Kultur zu erleben und gelegentlich auch auf die eine oder andere Außergewöhnlichkeit zu stoßen. Ob ich dabei nur auf siestaliebende Spanier oder bahnbrechende Erneuerungen traff, habe ich dann für die Trendbloggern niedergeschrieben. Und so begann das alles. Update 01/2014: ... und so schnell ist man dann auch wieder zurück in der Heimat - det dufte Berlin - und siehe da, berichtenswerte "Trends" gibt es überall.


Steht auf! – Engagement muss nicht politisch sein, nur offen

Möglichkeiten sich auch ohne Parteizugehörigkeit einzubringen.

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Am 24.09.2017 wurde gewählt. Klar, wie immer gibt es gibt es Gewinner und Verlierer, doch dieses Mal ist das Ergebniss unfassbar und es wird Zeit aktiv zu werden. Es ist garnicht so schwer sich auch als „unpolitischer“ Mensch im Dialog einzubringen.

Da waren sie nun die Wahlergebnisse, erschreckend, verstörend und irgendwie unfassbar. Wo sind sie denn, die ganzen ADF-Wähler? In meiner Blase gibt es keine, oder will ich sie nur nicht sehen? Und wenn man denkt, dass das Ergebnis alleine schon schlimm genug ist, hört man die Rede von Gauland, in der er ins Mikro postuliert, dass er die Bundeskanzlerin „jagen“ möchte. Man glaubt seinen Ohren nicht, glaubt, man steht am Beginn von etwas ganz Schrecklichen und schämt sich so sehr wie noch nie zuvor in diesem Land zu leben.

Einen Tag später fühlt sich das Ergebnis immer noch unwahr an, aber auch nach dem zehnten Mal kneifen wacht man nicht auf. Der Optimist in mir denkt: vielleicht ändert sich ja wirklich etwas? Vielleicht müssen sich jetzt alle anderen Parteien so richtig anstrengen und zwar nicht nur alle vier Jahre zum Wahlkampf. Jetzt muss vier Jahre lang aufgepasst werden, damit das nicht in einer Katastrophe endet.

Hat es sich so vor 90 Jahren angefühlt, als man dachte, die werden doch nicht wirklich …  Wie der Frosch im heißen Wasser, der Stück für Stück gekocht wird ohne es zu merken und dann schaut man zurück und kann nicht glauben, was man zugelassen hat.

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Die Offene Gesellschaft – Das Magazin

Das ist der Moment um aufzustehen, um etwas zu ändern, um sich einzubringen. Aber, aber, aber, ich habe doch mit Politik nichts am Hut wird das Argument lauten. Aber vielleicht hat man etwas mit Musik am Hut, mit Filmen, mit Literatur, mit Kneipen, mit Handwerk, mit Picknick … alles, was man braucht ist der Wille etwas zu ändern und schon kann es los gehen auch ohne Politikdiplom. Initiativen wie „Die Offene Gesellschaft“ zeigen wie es geht. Die Vereinigung von Demokratieliebenden hat sich das Ziel gesetzt demokratischen Aktionen eine Bühne zu bieten, Freunde der offenen Gesellschaft zu vernetzen und bei offenen Aktionen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Denn sie wissen:

„Demokratie gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten, aktiv, überlegt, entschieden. Die Initiative Offene Gesellschaft ist eine bürgerschaftliche Initiative ohne Parteibindung, die für das politische Gemeinwesen so eintritt, wie es im Grundgesetz formuliert ist.“ (Quelle: https://die-offene-gesellschaft.de/about#team, Abs. 1)

In diesem Jahr haben sie schon über 600 verschiedenste Veranstaltungen in ihren Kalender aufgenommen und durchgeführt. Darunter Musikfestivals, Theaterstücke, Filmpremieren und mehr. Besonders schön ist auch die kostenlose Kneipenbox, die sich Kneipenbesitzer zuschicken lassen können. Sie enthält ein Poster, Bierdeckel, Sticker und mehr, die zu einem regen Austausch einladen, während man sein Kaltgetränk genießt.  Im Wahljahr gibt es die Aktion „365 Tage Offene Gesellschaft“, da wird doch bestimmt für jeden etwas dabei sein und falls wiederwarten nichts dabei ist, kann problemlos die eigene Veranstaltung angemeldet werden.

campact

Logo – Campact

Doch auch andere Plattformen ermöglichen das schnelle Mitwirken. Seit 2004 mischt die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation Campact überwiegend durch Online-Petitionen das politische Leben auf. Sei werben damit, dass sie mit ihrer Bürgerbewegung mit 1,9 Millionen Menschen für progressive Politik streiten. Mit einem Klick hat man also schon etwas getan und nicht nur zugeschaut.

demo

Logo – Demo bewegt

DEMO ist ein Angebot, das Jugendliche ansprechen soll und den Anspruch hat eine ganze Bewegung zu sein oder werden zu wollen. Sie wurde von der Journalistin Mareike Nieberding ins Leben gerufen. Nach der letzten Wahl in Amerika war sie so schockiert, dass sie nicht mehr tatenlos abwarten konnte.

Auch sie ist nicht davon angetrieben „für oder gegen eine Partei“ zu sein, sondern für einen „faktenbasierten Dialog“ und dieser spricht bei weitem nicht nur Jugendliche an. Das Ziel liegt dabei nicht utopisch hoch, sondern so, dass eigentlich jeder einen Teil zum offenen Dialog und gesellschaftlicher Aufklärung beitragen kann.

„Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, soll DEMO so etwas wie das McDonalds unter den Demokratiebewegungen werden. Eine Franchise, bei dem jeder mitmachen kann, der DEMO in sein eigenes Dorf bringen will. Sei es mit einem Stammtisch oder einem Tanz-Workshop.“ (Quelle: http://www.demo-bewegt.de/faq/ , Frage 5)

Das sind jetzt nur drei Beispiele an offenen Initiativen, die sich mit interessanten Aktionen für Demokratie einsetzen ohne politisch eingebunden zu sein. Die Liste kann gerne in den Kommentaren erweitert werden. Vielleicht findet ja der ein oder andere darunter die passende Inspiration für sich und hilft dabei das Wasser nicht überkochen zu lassen.

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: 87% haben nicht rechts gewählt …

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    Cheers