Lissabon,

Lisboa – O meu Amor. Seit meinem ersten Besuch vor sechs Jahren ließ mich diese Stadt nicht mehr los. Im September des letzten Jahres habe ich dann endlich Potsdam gegen Lissabon getauscht, zumindest für ein Jahr. Als Trendbloggerin möchte ich meine Eindrücke dieses verträumten und zugleich krisengeschüttelten Landes sowie Beobachtungen zu Portugals Medienlandschaft teilen. Fühlt euch frei, meine Artikel zu kritisieren, zu kommentieren und zu teilen.



Sag “Hallo” in 25 Sprachen mit deinen Fingern

Spread the Sign“ – Das klingt wie das Motto einer Sekte, bezeichnet in Wirklichkeit jedoch ein Projekt, dessen Ursprünge bis in das Jahr 2006 zurückreichen und über das die Trendblogger bereits 2012 berichteten. In Schweden entstanden, ist SpreadTheSign der Titel sowohl einer Internetplattform, auf der Schriftsprache in verschiedene Gebärdensprachen übersetzt werden kann, als auch der dazugehörigen App. Ein praktisches Tool für alle Menschen in der Gehörgeschädigten-Community.

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In meinem letzten Artikel beleuchtete ich das in Portugal entwickelte Tool Visual Sign, welches portugiesische Gebärdensprache in Schriftsprache umwandelt und andersherum. Vor zwei Jahren berichtete Trendblogger Niklas Wieczorek über ein europaweites Projekt, ebenfalls ein Übersetzungstool für Gebärdensprache. SpreadTheSign funktioniert wie ein digitales Wörterbuch und kommt ursprünglich aus Schweden.

Thomas Lydell-Olsen ist Lehrer für Gesellschaftswissenschaften an der National Upper Secondary School für Gehörlose und Gehörgeschädigte, als ihm 2006 die Idee zu SpreadTheSign kommt. Mit Hilfe der Europäischen Kommission und dem Leonardo Programm gründet er das European Sign Language Center (ESLC) in Örebo (Schweden). Er will Kommunikation sowohl unter Gehörgeschädigten verschiedener Nationen als auch zwischen diesen und ihrer Umwelt erleichtern. Sein Vorschlag: Ein Wörterbuch, das in Videos zeigt wie gesuchte Wörter und ganze Sätze in verschiedenen Gebärdensprachen aussehen. Gesagt, getan. Das Team des ESLC ließ diese Idee zur Wirklichkeit werden. Heute gibt es die Übersetzungshilfe sowohl online als auch mobil als App mit bis zu 25 Sprachen, die meisten davon aus dem europäischen Raum. Allerdings gehören auch Länder wir Indien, Brasilien und Japan zu den Projektpartner_innen. Damit hat das SpreadTheSign sich um 14 Sprachen erweitert im Vergleich zu 2012. Und es wächst stetig weiter. Artikel auf der Webseite des ESLC preisen den Ausbau des griechischen, japanischen und indischen Vokabular an.

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In den Jahren 2011 und 2012 gewann SpreadTheSign unterschiedliche Preise für innovative und progressive Projekte, wie z.B. der Foundation Alares Award für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder der Best Practise Award der europäischen Kommission [1]. Danach wurde es ruhig. Doch heißt dies, dass SpreadTheSign kein Innovationspotenzial mehr besitzt? Bei den angekündigten Ideen für komplett neue Tools, wie z.B. Übersetzungshilfen mit 360° Videos oder für Baby Sign Language, möchte ich das bestreiten.

SpreadTheSign kann nach wie vor als sich entwickelndes, hilfreiches Tool zur Übersetzung von Wörtern, Wortgruppen und ganzen Sätzen in eine Reihe von Gebärdensprachen genutzt werden und so Kommunikation ermöglichen, wo sie vorher kaum möglich war. Allerdings glaube ich, dass es für Menschen, die vorher kaum bis keinen Kontakt zur Gehörgeschädigten-Community haben, wenig funktional ist. Es ist definitiv kein Lerntool für Sign Language. Aber dank SpreadTheSign kann ich „Mein Name ist …“ in 20 Sprachen sagen, ohne ein Wort zu benutzen.

 

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