Reykjavík,

Trendblogger-Jahrgang 2013/2014 // Reykjavík, das ist der Ort an dem meine Blogbeiträge entstehen und aus meinen kreativen Kopf in die Tastatur gehackt werden. Eine Menge Kultur und Musik ist in dem kleinen Land mit den beschaulichen 300.000 Einwohnern an fast jeder Straßenecke zu finden. Ólafur Arnalds, Sóley, múm oder Björk sind nur einige der isländischen, musikalischen Untermalungen während meiner Schreibzeit hier. Die Musikszene Islands, die ich schon seit mehreren Jahren verfolge, und die traumhafte Landschaft haben mich dazu gebracht, auf dieser Insel im Nordatlantik mein Auslandssemester zu verbringen.
Im siebten Semester studiere ich derzeit Medientechnik. Deshalb bin ich auch mit der Fotografie vertraut geworden. Die Eindrücke der bewegenden Westfjorde und der Highlands versuche ich mit meiner Kamera einzufangen. Aktuelle Medientrends verfolge ich wegen meiner Affintät für das Internet. Ich hoffe, dass die Polarlichter, die ich euch in Form meiner Blogeinträge sende, euch in den Bann dieses Landes ziehen.



On top of the gender world is iceland

Kristín Ástgeirsdóttir ist Direktorin beim Zentrum für Gleichstellung in Akureyri auf Island. Im Moment bereitet sie den Vorsitz Islands im nordischen Gremium der Gleichberechtigungsminister im Jahr 2014 vor. Im Interview mit dietrendblogger.de spricht sie über die Nominierung Islands auf Platz 1 in der gender gap chart. WEF (world economic forum) gibt eine Statistik über nationale geschlechtsspezifische Unterschiede in wirtschaftlicher, politischer, bildungs- und gesundheitlicher Sicht für alle Länder aus. Diese wurde Anfang Oktober für das Jahr 2013 von der WEF veröffentlicht.

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 You can find the english version below.


1. Wieso ist Island auf Platz 1 weltweit in der „gender gap chart“ von WEF (world economic forum)?

Die Tatsache, dass Frauen in Island es bis an die Spitze des „Gender Gap Charts“ geschafft haben ist das Ergebnis von der Frauenbewegungsarbeit und des politischen Drucks über Jahrzehnte hinweg. Es gab auch immer ein politischen Willen im Land die Gleichberechtigung zu verbessern. Faktoren wie die Feministenpartei oder eine Frau (Vigdís Finnbogadóttir) für 16 Jahre als Präsidentin zu haben, haben signifikant dazu beigetragen. Zudem sind natürlich noch die große Frauenbeteiligung auf dem Arbeitsmarkt (78%) und eine gute Ausbildung der Frauen sind sehr wichtig um solch ein Ergebnis zu erreichen. Ich möchte nochmal daran erinnern, es hat bei uns auch eine lange Zeit gedauert.

2. In Island gibt es auch Gebiete in denen Frauen und Männer nicht wirklich gleichberechtigt sind. Wie kann man dagegen vorgehen?

Wir müssen das geschlechtsspezifische Lohngefälle überbrücken, die Beteiligung von Frauen in Führungspositionen, sowie in Vorständen der Unternehmen. Männer dominieren immer noch im kulturellen Leben und wir müssen dies ändern. Gewalt gegen Frauen zu eliminieren ist entscheidend um die traditionellen Rollen von Frau und Mann zu ändern. Ich könnte auch die isländische Sprache erwähnen welche sehr männlich dominierend ist und Frauen ausschließt.

3. Wieso denkst du ist es fair Island mit größeren Ländern zu vergleichen?

Fair oder nicht fair. Klein zu sein bedeutet nicht, dass es einfacher ist, als in größeren Ländern, Gleichberechtigung zu erreichen. Im Gegenteil kleine Gesellschaften sind oft konservativer. Im Falle Islands nutze die Frauenbewegung soziale und wirtschaftliche Entwicklung zum Wohl der Frauen. Meine Meinung ist es, dass es immer gut ist sich zu vergleichen, egal ob groß oder klein.

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4. Ist es nicht einfacher in das Parlament zu gelangen als Frauen in so einen kleinen Land wie Island?

Oh, nein. Es ist alles vom System abhängig. In Island gibt es aktuell sechs Wahlkreise. Es ist sehr schwierig für Frauen in den Wahlkreisen gewählt zu werden in denen es wenige Sitze gibt. Man kann sehen das die meisten Frauen im Moment (40% von den Parlamentariern) aus der Gegend um Reykjavík kommen. Mehr Sitze machen es für Frauen einfacher gewählt zu werden.

5. Was kannst du in Island als Frau machen was du im Senegal nicht kannst?

Man bekommt Bildung, Gesundheitsvorsorge, überlebt Geburten und sieht seine Kinder aufwachsen. Es spielt keine Rolle ob man verheiratet ist oder nicht. Mädchen in Island sind keine Opfer von Genitalverstümmelung. Aber auch im Senegal gibt es Frauenbewegungen.

6. Verdienen in Island Frauen genauso viel wie Männer im gleichen Job?

In einigen Fällen ist es so, aber nicht in allen. Das Gesetz sagt, dass Frauen und Männer gleich bezahlt werden sollten im selben Job, aber das Geschlechtersystem findet seinen Weg zur Diskriminierung. Wie ich vorher schon sagte, das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu überbrücken ist eine unserer nächsten Herausforderungen.

Vielen Dank für deine Zeit Kristín.

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Kristín Ástgeirsdóttir is director of the centre for gender equality in Akureyri/iceland. At the moment she is preparing Iceland chairing the Nordic Council of Minister 2014 in the field of gender equality. In the interview with dietrendblogger.de she talks about the first place at the gender gap chart. WEF (world economic forum) is a national gender gaps on economic, political, education- and health-based difference for a lot of countries. This gap was published from WEF in october for the Year 2013.

globalgendergapreport2013
You can find the german version above.

1. Why is Iceland number 1 worldwide on the gender gap chart? of WEF (world economic forum)

The fact that women in Iceland top the WEF gender gap list is the result of the Women’s Movements work and pressure for decades. There has also been a political will in the country to enhance gender equality. Factors as the women’s lists in the period from 1983-1999 played a significant role as well as having a woman, Vigdís Finnbogadóttir, as a president for 16 years. Last but nor least, women’s huge participation on the labour market (78%) and women’s high level of education are important in understanding the result women in Iceland have reached. Remember, it has taken us a long time.

2. In Iceland there are also areas where women and men are not really equal. What remains to be done?

We must bridge the gender pay-gap, increase the participation of women in running businesses. Men are still dominating in the cultural life and we need to change that. Eliminating violence against women is crucial and changing mind-sets regarding the traditional roles of women and men. I could also mention the Icelandic language which is very male dominated, excluding women.

3. Why do you think it´s fair to compare Iceland with bigger countries?

Fair or not fair. Being small doesn’t mean that reaching gender equality is easier than in bigger countries. On the contrary the smallness can be difficult to deal with. Smaller societies are often more conservative. In the case of Iceland the women’s movements managed to use social and economic development in the favour of women. My opinion is that it is always good to compare, small or large.

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4. Is it not easier to get into the parliament as a woman in such a small country as Iceland?

Oh, no. It all depends on the system you have. In Iceland there are now six constituencies. It is very difficult for women to be elected in the constituencies where there are few seats. We see that most of the women (they are now 40% of the parliamentarians) come from the area around Reykjavik. More seats make it easier for women to be elected.

5. What can you do in Iceland as a woman which you can´t do in Senegal?

You get education, health care, expect to survive childbirth and see the children grow up. It doesn´t matter if you marry or not marry as I like. Girls in Iceland are not victims of female genital mutilation. But, women in Senegal are on the move.

6. Do women earn the same amount of money as men for the same job in Iceland?

In some cased they do, but not in others. The law sais that women and men are to be paid the same for the same job, but the gender system finds its way to discriminate. As I said before, bridging the gender pay-gap is one of the challenges ahead.

Thank you for your time Kristín.

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