Auf die Plätze, fertig, Diät – mit Dietbet wird das Abnehmen zum Wettkampf

Dietbet logoFür das Monatsdossier im Juni befassen sich die Trendblogger mit der Quantified-Self-Bewegung. Eine gesündere Lebensweise ist erstrebenswert, fällt aber nicht immer leicht. Das eigene Körpergewicht täglich zu notieren bedeutet nicht, dass die Pfunde nun auch wie von selbst purzeln. Was kann man tun? Die Gründer von Dietbet setzen auf den Sportsgeist ihrer Mitglieder und machen aus der Diät ein Wettrennen.

Dietbet funktioniert folgendermaßen: Entweder schließt man sich einem bereits gespeicherten Game an oder erstellt ein eigenes. Ein oder zwei Tage vor dem Start wird das Anfangsgewicht aller Teilnehmer registriert. Hierzu müssen ein Ganzkörperfoto (Person auf der Waage) und ein Foto der Gewichtsanzeige  eingereicht werden. Alle Teilnehmer zahlen nun einen Betrag in den Jackpot ein und haben 28 Tage Zeit, um mindestens vier Prozent ihres Anfangsgewichts zu verlieren. Der Summe aus dem Jackpot wird unter allen Gewinnern geteilt. Das gewonnene Geld kann man sich auszahlen lassen oder in eine neue Dietbet investieren.

Während der laufenden Wette können die Teilnehmer sich gegenseitig motivieren, Freunde zum Anfeuern in die Gruppe einladen und Fotos posten. Schummelei sollen die Dietbet-Schiedsrichter verhindern, die einerseits die Gewichtsangaben auf Unregelmäßigkeiten überprüfen und andererseits weitere Beweise für die Gewichtsreduzierung anfordern können.

Man kann sich nun darüber streiten, ob einige Teilnehmer in Versuchung geraten, auf ungesundem Weg schnell ein paar Kilos zu verlieren, um einen Anteil aus dem Jackpot zu gewinnen. Allerdings wird man mit Dietbet nicht reich. Dietbet schafft lediglich einen kleinen Anreiz, die eigene Diät auch durchzuhalten. Der Wettkampf mit den anderen Teilnehmern motiviert und wenn am Ende ein paar Scheinchen winken, macht das Abnehmen wenigstens ein bisschen Spaß.



The quantified me – ein Interview mit Emmanuel Gadenne

Emmanuel GadenneWie viele Stunden habt ihr letzte Nacht geschlafen? Wann war euer REM-Schlaf? Hat der Wecker zur richtigen Zeit geklingelt oder euch aus einer Tiefschlafphase gerissen? Keine Ahnung? Dann habt ihr wohl noch nichts vom Quantified-Self-Konzept gehört. Den Schlaf zu messen ist nur einer von vielen Bereichen, die das Konzept abdeckt. Zahlreiche Apps versprechen, den Alltag zu erleichtern, die Gesundheit zu verbessern, die Produktivität zu steigern, den Körper in all seinen Tätigkeiten zu messen und zu optimieren. Die Frage ist: Wer braucht all diese Daten? Diese und andere Fragen beantwortet Emmanuel Gadenne, Gründer des Quantified Self Paris und Autor des ersten Guides zum Konzept in Frankreich.

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„Wir hatten die Cyber-Polizei“ – Blogger in Tunesien

Foto Aya Chebbi_2Im Internet kann sich jeder an der Produktion und Verbreitung von Informationen beteiligen. Für das Monatsdossier „Medien und Partizipation“ der Trendblogger fanden sich viele innovative Portale zur Inklusion in die Gesellschaft. Wie gestaltet sich die Partizipation jedoch in einem Land wie Tunesien, wo Blogger und Bürgerjournalisten vor der Jasminrevolution Zensur, Verhaftungen und Folter erleiden mussten? Ein Interview mit der Bloggerin Aya Chebbi über den Stellenwert der medialen Partizipation in Tunesien, die Lage tunesischer Blogger heute und ihre Vorstellung vom zukünftigen tunesischen Journalismus.

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„hate speech“ im Internet – ein Kommentar zur Untätigkeit von Twitter, Facebook und Co.

Unbenannt

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist ein über die Jahrhunderte hart erkämpftes Gut und besonders in sozialen Netzwerken berufen sich viele Nutzer darauf. Die Frage ist: Wo hört das Recht auf Meinungsfreiheit auf, wo beginnen Rassismus, Sexismus etc. und welche Verantwortung haben Twitter, Facebook und Co., den Inhalt ihrer User zu moderieren? In Frankreich ist Twitter bereits angeklagt, aufgrund eines rassistisch motivierten Hashtags, der im Herbst 2012 auf der Plattform kursierte. (mehr …)

Lyon,


Die „mariage pour tous“ in Bildern

Das Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beschäftigt Frankreich seit mehreren Monaten. Nach zahlreichen, hitzigen Debatten und Demonstrationen wurde der Gesetzesentwurf am gestrigen Nachmittag im französischen Parlament angenommen. Für unser April-Dossier habe ich mich an einigen Visualisierungen zum Thema versucht und werde ein kurzes Feedback zu den verschiedenen Tools geben.

1. Die mariage pour tous – eine Chronik

Chronik zur mariage pour tous

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Fragen über Fragen – Antworten gibt’s auf Poutsch

Sind Sie glücklich? Interessieren Sie sich wirklich für die Papstwahl? Diese und andere Fragen werden auf Poutsch gestellt. Jeder kann und soll sich beteiligen. Seine Meinung zu äußern war selten so einfach, doch sind die Ergebnisse wirklich repräsentativ?

Diejenigen, die zu allem ihren Senf dazugeben möchten, werden das französische Start-Up Poutsch lieben. Nach einer kurzen, unkomplizierten Anmeldung, beispielsweise über Facebook oder Twitter, können bereits gestellte Fragen beantwortet oder eigene Umfragen generiert werden. Fragen werden entweder mit Ja oder Nein, per Multiple Choice, via Slider (Minimal- und Maximalwerte) oder durch ein Fünf-Sterne-Rating  beantwortet. Zu jeder Frage gibt es eine statistische Auswertung mit einer Übersicht demographischer Daten der Teilnehmer nach Geschlecht und Alter sowie der Herkunft.

Die Idee für das Projekt kam Melchior Scholler, Etienne Adriaenssen und Félix Winckler zur Zeit des Arabischen Frühlings. Die zahlreichen Reaktionen auf Twitter und Facebook ließen einen leicht den Überblick verlieren. Die drei Franzosen wollten eine strukturierte Übersicht der Meinungslage schaffen. Poutsch, das sich derzeit noch in der Betaphase befindet, gewann 2012 den French American Entrepreneurship Award.

Das Konzept von Poutsch finde ich sehr interessant. Mit steigendem Bekanntheitsgrad könnte das Netzwerk meiner Meinung nach aussagekräftige Statistiken hervorbringen. Zwar kann man sich auch anonym zu bestimmten Themen äußern, doch prinzipiell soll Poutsch die Möglichkeit bieten, einer Meinung Gewicht zu verleihen und bewusst einen Standpunkt zu vertreten. Natürlich gibt es auch weniger sinnvolle Umfragen auf Poutsch. Meine Meinung zu Chihuahuas oder Fragen zur Präferenz der Zubereitung meiner Frühstückseier sind sicherlich überflüssig. Allerdings könnte das Netzwerk durchaus einen demokratischen Prozess vorantreiben. Warum sollten Volksentscheide nicht irgendwann nach dem Vorbild eines Tools wie Poutsch durchgeführt werden?

Was denkt ihr, liebe Leser? Haltet ihr ein Netzwerk wie Poutsch für sinnvoll? Ja? Nein? Mir egal?

Lyon,


„Mein Blog, das bin ich“ – Journalisten als Marke

Manuel-Dorne-KorbenAnlässlich unseres Märzdossiers habe ich mich virtuell per Skype mit dem französischen Blogger Manuel Dorne alias Korben getroffen und mit ihm über das Bloggen in Frankreich, seine Selbstvermarktung und die Tatsache, dass man auch als bekannte Marke noch Geld verdienen muss, gesprochen.

Der 30-jährige gelernte Informatiker betreibt seit 2004 einen Blog, in dem er über seine Lieblingsthemen Technik, das Web und witzige Fundstücke berichtet. Außerdem hat er die Jobbörse Remix Jobs ins Leben gerufen, die auf Berufe im Bereich „Tech und Web“ spezialisiert ist. (mehr …)

Lyon,


Goodbye, Google Reader

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Das war’s dann wohl mit dem Google Reader. Bis zum 01.07.2013 kann man sich noch in Ruhe nach einem alternativen Feedreader umschauen. Begründet wird die Entscheidung mit stetig sinkenden Nutzerzahlen. Zusammen mit dem Google Reader werden noch sieben weitere Anwendungen, darunter Google Cloud Connect und Google Building Maker, eingestellt. Da wir im Moment fleißig unseren Blogroll mit Fundstücken auf unserem RSS-Reader füttern, stellt sich die Frage: Welche Reader könnt ihr, liebe Trendblogger, und auch ihr, liebe Leser, denn empfehlen? Vorschläge aller Art bitte fleißig kommentieren.