Nastasja Rykaczewski

Nastasja Rykaczewski

Trendblogger-Jahrgang 2012/2013
Goedentag, Bonjour und Hallo aus BRÜSSEL. Irgendwo zwischen urigen Frittenbuden, diversifizierten Bierkneipen, geheimnisvollen Gassen und Europa´s Gemäuern – den Regenschirm darf ich nicht vergessen – verirre ich mich auf dem Nachhause-Weg von der Uni. Die nassen Kopfsteinpflaster glänzen. Die frische Brise von der See kühlt . Wolang weht der Wind hier in Sachen Medientrends? Ein Jahr lang gehe ich auf Entdeckungsreise.



VoteMyLink: mehr Demokratie im Content Online Sharing- mehr Demokratie für Europa

Das Europäische Parlament, von den EU-Bürgern direkt gewählt, ist eine der demokratischsten Institutionen in der EU. Doch hat sie mit viel Desinteresse, mangelnder Legitimität und Misstrauen in der EU-Bevölkerung zu kämpfen. Ausgerechnet aus Großbritannien, wo die EU-Skepsis am größten ist, kommt ein StartUp, welches das demokratische Defizit in der EU verringern könnte: VoteMyLink ist eine Plattform, die es Gleichgesinnten ermöglicht, sich online zu gruppieren, relevante Inhalte auszutauschen und darüber abzustimmen.

Das Europäische Parlament, mit Sitz in Brüssel, Straßburg und Luxemburg, ist eines der demokratischsten Organe in der Europäischen Union und weltweit einzigartig. Die derzeit 754 Abgeordneten des Parlaments werden von den europäischen Bürgern alle fünf Jahre direkt gewählt. Hier abgebildet: Altiero Spinelli-Gebäude in Brüssel.

Lange Zeit hatte das Parlament mit dem Vorwurf zu kämpfen, nicht ausreichend legitimiert zu sein. Der Institution wurde geringes Gewicht zugeschrieben und durch die Krise wurden das demokratische Defizit, die Skepsis und Misstrauen noch größer.

Doch dass das Europäische Parlament in den vergangenen Jahren einen Zuwachs an Mitbestimmungsrechten erfahren hat und heute so mächtig ist wie nie zuvor, scheint niemanden so richtig zu interessieren. Gerade mal 43% der EU-Bürger nahmen von ihrem Europa-Wahlrecht 2009 Gebrauch.

Das Misstrauen gegenüber dem Europäischen Parlament ist in Großbritannien am größten. Doch ausgerechnet dort, wo gerade einmal jeder Vierte an den Europawahlen teilnimmt, ist eine Idee geboren, die die Kommunikation zwischen den EU-Bürgern und seinen Vertretern, den Members of Parliament (MEPs), verbessern soll. VoteMyLink ist eine Plattform, die es Gleichgesinnten ermöglicht, sich online zu gruppieren, über relevante Inhalte auszutauschen und darüber abzustimmen. (mehr …)



„Man muss nicht der Innovation zuliebe Innovationen schaffen“

Können Fernsehsender Format-Innovationen hervorbringen? Bei einer Veranstaltung des Café Numerique in Brüssel treffe ich Yves Thiran, Chefredakteur für Neue Medien beim öffentlichen Fernsehsender RTBF. Ein Gespräch zeigt: Das Fernsehen muss gar nicht innovativ sein, weil es auch so sehr erfolgreich ist.

 

„Fernseh-Konsumenten sind konservativer: Sie wollen alle vier Jahre die Fußballweltmeisterschaft sehen, alle vier Jahre die Olympischen Spiele und dasselbe Entertainment jeden Freitagabend. Man muss nicht der Innovation halber Innovationen schaffen- ich denke nicht, dass das dem Geist des Fernsehens entsprechen würde.“ © Vincent Diamante, 2007

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Keemotion- Sportvideos produzieren ohne Kameramann

Kameramänner, Produktionstechniker, Kabelhalter- adieu! Benötigt wird nur ein Tablet, das mit den speziellen Keemotion-Kameras verbunden ist- et voilá: die Produktion der Aufnahme eines Sportspiels erfolgt automatisch.

 

Das Startup-Unternehmen „Keemotion“ hat eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, ein Sport-Event ohne menschliches Eingreifen kostengünstig zu filmen. Das Harvard Basketball-Team gehört zu den ersten Kunden. Für die Produktion von Sportaufzeichnungen und für alle Spielbeteiligten- Trainer, Spieler oder Organisatoren- bringt die Aufnahme mit der neuen Technologie vor allem Kostenreduzierung, Komfort und neue Möglichkeiten. Aufnahmen mit Keemotion könnten aber auch die Arbeit von Sportjournalisten verändern.

Was wäre, wenn ein Roboter den Kameramann ersetzen würde?

Das ist die Leitfrage der Gründer von Keemotion gewesen. Die Zusammenarbeit mit Prof. Devleeschouwer von der Université Catholique de Louvain (UCL) machte es möglich: Durch seine Forschungen konnte eine patentierte Methode entwickelt werden, die automatisch audiovisuelle Bewegungen während eines Sportspiels mithilfe eines Algorythmus erkennt. Die Bewegungserkennung ist dynamisch und wird an den Spielverlauf angepasst: wichtige Ereignisse und Spieler werden fortlaufend eingefangen.

Die Aufgaben eines Filmtechnikers und –produzenten scheinen hiermit getan… (mehr …)



Open Data- Zugang vs. Zugänglichkeit und die Rolle des Datenjournalismus

In der Liebe ziehen sich Gegensätze ja bekanntlich an: Man lernt voneinander und ergänzt sich. Im Umgang mit zunehmenden Mengen von offenstehenden open data müssen Journalisten mit Informatikern, Statistikern oder Mathematikern zusammenarbeiten- wenn sie denn nicht alle Funktionen in einer Person vereinen können. Nicht nur verhelfen sich Databearbeitung und Journalismus über ihre Kooperation gegenseitig zu einer Wertsteigerung. Auch und vor allem verhilft diese Zusammenarbeit dem Sprung vom Zugang zur Zugänglichkeit von open data.


In der Liebe ziehen sich Gegensätze ja bekanntlich an: Man lernt voneinander und ergänzt sich… Wenn mein Freund, Mathematiker mit einem Faible für IT, vor seinem Computer sitzt und ich ihm über die Schulter schaue,  dann verstehe ich, Geisteswissenschaftlerin, nur Bahnhof. Vor Zahlen,  Programmiersprachen und Datenbanken habe ich schon immer zurückgeschreckt. Lange habe ich mir nicht vorstellen können, welchen Nutzen mir das Wissen darüber bringen könnte. Dass wir uns nun auch auf professioneller Ebene ergänzen können, war eine spannende Entdeckung. Dazu später mehr…

 

Journalisten und Informatiker- eine notwendige Zusammenarbeit

Die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Journalisten und Dataexperten wird wohl nicht mehr bestritten. Aus Data müssen Informationen und aus diesen Wissen geschaffen werden. Peter Hinssen schreibt in seinem Buch „The New Normal“ über wesentliche Grenzverschiebungen in unserer Gesellschaft, die durch neue Technologien verursacht werden. Die interessantesten Veränderungen für den Journalismus, zeichnen sich vor allem in den Bereichen Privatsphäre und Intelligenz ab. (mehr …)



Viele Fragen, Frust und wenige Antworten- Über die Zukunft des belgischen Journalismus

Auch in Belgien fragen sich Presseverlage, Tageszeitungen und Journalisten, wie es um ihre Zukunft bestimmt ist in der „ère numerique“, dem digitalen Zeitalter. Die Diskussionen drehen sich um das Selbstverständnis des Journalismus, Geldprobleme und den Umgang mit dem Internet. Begleitet wird die Debatte von einer Protestwelle freier Journalisten.
Viele Fragen, Frust und wenige Antworten. Über die Zukunft des belgischen Journalismus oder: Wie eine Branche langsam erwacht.

In Zeiten des schnellen Informationsflusses im Internet und im „Konkurrenzkampf“ um die frischesten News sind sich die belgischen Tagesblätter einig: nicht das Tempo, sondern der Inhalt bestimmen über die Zukunft des Journalismus. „Die Interpretation ist entscheidend“, so Valerie Droeven von der flämischen Tageszeitung De Staandard, „Neuigkeiten werden heute ohnehin sehr schnell verbreitet. Unsere Aufgabe ist es, diese zu analysieren und unseren Lesern ihre Bedeutung zu erklären.“

Die Frage nach dem neuen Selbstverständnis des Journalismus

Neben großen Pressegruppen und Tageszeitungen, beschäftigen sich auch viele Journalisten und Blogs mit dem neuen Selbstverständnis des Journalismus sowie dem Umgang mit neuen Medien. Einige Beispiele… (mehr …)



Gemeinsame Kindererziehung trotz Scheidung

Wie kann man die gemeinsame Organisation der Kindererziehung nach der Trennung erleichtern? Das belgische Verwaltungspool 2houses bietet Hilfe für geschiedene Eltern.

In Sachen Scheidungen ist Belgien Europameister. Beinahe jede 3. Ehe geht in die Brüche- das sind etwa 30.000 Scheidungen pro Jahr.  Die größten Leidtragenden sind bekanntlich die Kinder. Die Plattform 2houses versucht, den Alltag geschiedener Familien besser zu organisieren. In einem charmanten Promo-Video wird das Konzept vorgestellt.


Der Ansatz ist  pragmatisch: die Scheidung mit gemeinsamenen Kindern ist schwierig- ABER sie ist kein Einzelschicksal. Und: die Kindererziehung kann man trotz Scheidung gemeinsam meistern.

Die Idee
Der Belgier Gill Ruidant, Gründer von 2houses, ist
selbst geschieden und weiss aus eigener Erfahrung, dass sich direkte Gespräche oder Telefonate mit dem/der Ex häufig als schwierig erweisen. Oft wird die Erziehung des gemeinsamen Kindes von emotionalen Konflikten der Eltern überschattet. (mehr …)